Seit 30 Jahren zeitlos – und seiner zeit immer noch voraus
In diesem Jahr ist es drei Jahrzehnte her, dass die dreibeinige Vase 'Trinity' von der bornholmischen Kunsthandwerkerin Maibritt Jönsson geschaffen wurde. Im Galeriegeschäft in Gudhjem wird das Jubiläum mit einer beeindruckenden Ausstellung der Vase gefeiert, die heute in drei Größen und einer Reihe wunderschöner Farben erhältlich ist, die perfekt in moderne Wohnräume passen. Außerdem wird eine ganz besondere Jubiläumsausgabe der ikonischen Vase in limitierter Auflage präsentiert.
Die Trinity-Vase steht in der stolzen Tradition des nordischen Designs, das weltweit für seine Schlichtheit und Eleganz bekannt ist. Wenn ein gelungenes Design erst einmal vollendet ist – und später zum Klassiker wird – fällt es schwer, sich die vielen Überlegungen und die enorme Arbeit vorzustellen, die hinter dem Entwicklungsprozess stehen. Gerade weil das fertige Produkt so einfach und beinahe selbstverständlich wirkt.
Doch selbstverständlich war es keineswegs, als Maibritt Jönsson in den 1990er-Jahren darüber nachdachte, wie sie eine ganz besondere Vase schaffen könnte.
– Die meisten Vasen brauchen ja einen ganzen Blumenstrauß. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie man es einfacher machen könnte. Ich wollte eine Vase schaffen, bei der schon wenige einzelne Blumen ausreichen, damit es schön aussieht, erklärt sie.
Diese Idee setzte einen längeren kreativen Prozess in der Glasbläserei in Gang, in dem intensiv experimentiert wurde. Mit Maibritt Jönssons eigenen Worten wurde es zu einem 'Spiel mit Röhren'.
Das Spiel mit Röhren
Maibritt Jönssons ursprüngliche Idee war, dass die Vase auf die eine oder andere Weise aus offenen Röhren bestehen sollte, die in einen flachen Behälter gesetzt werden:
– Es war ein raffinierter und kreativer Prozess, der in der Werkstatt stattfand. Wir haben alle Röhren von Hand gefertigt, und es war eine enorme Herausforderung, sie passend zusammenzubringen – denn es ist nicht einfach, lange gleichmäßige Röhren von Hand herzustellen.
– Ich habe mit vielen verschiedenen Ausdrucksformen experimentiert – und plötzlich steht man auf wunderbare Weise vor einem Ergebnis, das sich einfach vollkommen richtig anfühlt: Ich ließ die Idee eines Behälters fallen, und daraus wurden drei schlichte Röhren mit Boden, die in der Mitte zusammengehalten wurden, sodass sie selbstständig stehen konnten, erzählt sie begeistert.
Doch damit waren die Herausforderungen noch nicht vorbei. Anschließend begann ein weiterer Prozess, in dem Maibritt Jönsson damit experimentierte, wie die drei Röhren zusammengehalten werden sollten:
– Der gesamte Prozess, wie die Vase ordentlich und straff mit einer Art Bauchband zusammengefügt werden sollte, war ebenfalls nicht einfach, denn es gab nichts auf dem Markt, das wir einfach kaufen und verwenden konnten. Also testeten wir unzählige Möglichkeiten und Materialien, bis wir schließlich auf diese schwarzen Gummibänder kamen – die es in dieser Form ebenfalls noch nicht gab. Die Gummibänder, die wir heute verwenden, sind ebenfalls das Ergebnis einer Weiterentwicklung, denn Gummi kann mit der Zeit empfindlich und anfällig sein. Aber diese schwarzen Bänder behalten ihre Elastizität und Farbe und halten sowohl Sonnenlicht als auch Chemikalien stand.
